Ralph Eid, Landschaftsarchitekt

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Haupteingang mit Trittsteinen im Wasser

Gartenplanung

Es ist nicht einfach, einen knappen Überblick über grundsätzliche Überlegungen bei der Anlage eines Gartens zu geben. Wesentlich einfacher ist es, die Fehler anzusprechen.

wie man es nicht machen sollte...

Am gravierendsten macht es sich oft bemerkbar, wenn die Reihenfolge der einzelnen Überlegungen durcheinander kommt. Viele denken beim Garten in erster Linie an die Pflanzen, v.a. an eine schöne und andauernde Blüte. Man übersieht dabei, dass die Umgebung der Pflanze, bzw. der Blüte, einen entscheidenden Einfluss auf die Wirkung hat. Ein Lilie in einer bunten Wiese ist dort nur eine unter vielen Blumen, ihre Wirkung entsprechend minimal im Verhältnis zu dem großen Teppich anderer Formen und Farben. Herausgelöst aus dieser Umgebung, in einer edlen Vase mit dezentem Beiwerk grüner Blätter entfaltet sie dagegen erst ihre volle Schönheit. –

Für die Pflanzen im Garten gelten ähnliche Regeln. Ein kleines Beet mitten im Rasen mit den Lieblingspflanzen hat lange nicht die gleiche Wirkung wie die gleichen Pflanzen direkt an der Terrasse, u.U. noch verstärkt durch eine Einfassung oder eine kleine Mauer. Die Blütenwolke eines niedrigen Schleierkrautes ist zwar auch schön inmitten anderer Blütenstauden, viel imposanter ist die Erscheinung aber, wenn sie zwischen ein paar großen Steinen hervorquillt. Es gibt Pflanzen, die einzeln am besten zur Geltung kommen, und andere, die erst in größeren Gruppen ihre volle Wirkung entfalten. Die Kunst der Pflanzenverwendung liegt oft eher im Weglassen als in der übergroßen Vielfalt. Doch auch wenn man dies alles beachtet, ist das erst der letzte Schritt in einer ganzen Reihe von Überlegungen.

besser professionell

Um beim Beispiel der Lilie zu bleiben: Die Form der Vase, ihr Platz auf dem Tisch oder auf einem Schrank, die Art der Beleuchtung haben ebenfalls einen großen Einfluss auf die Wirkung. Alle diese Eigenschaften der Umgebung haben auch im Garten ihre Entsprechung. Ob das Gelände flach oder modelliert ist, ob die Terrasse auf der gleichen Ebene wie das Wohnzimmer liegt, ob man die schönsten Plätze des Gartens auch vom Haus aus sehen kann, ob die Terrasse am Haus festklebt oder schon inmitten üppiger Bepflanzung liegt, im Schatten oder in der Sonne – alle diese Entscheidungen und noch viele mehr müssen fallen, bevor man überhaupt an irgendeine Pflanze zu denken braucht.

Die richtige Vorgehensweise bei der Gartengestaltung ist also eine andere. Im Idealfall beginnen die ersten Planungsschritte bereits in Verbindung mit der Planung des Hauses. Nur zu diesem frühen Zeitpunkt hat man Einfluss auf die Übergänge und Anschlüsse zwischen Haus und Gelände. Es macht beispielsweise eine erheblichen Unterschied, ob man auf einem Niveau vom Haus aus in den Garten gehen kann oder ob man erst eine oder mehrere Stufen überwinden muss. Die Anschlusshöhe des Geländes wird aber i.d.R. durch den Putz bestimmt und kann nachträglich nur mit erheblichem Aufwand wieder verändert werden. Oder die Dachausbildung: Ein breiter Dachüberstand hat einen sterilen Todesstreifen rund ums Haus zur Folge. Wo kein Tropfen Regen hinfällt, wächst auch nichts mehr. Was für das Mauerwerk wünschenswert ist, schließt Pflanzenwachstum aus. Der Garten rückt dadurch vom Haus weg, der Bewohner begnügt sich mit der Rolle eines Beobachters, statt der eines Erlebenden. Bei den heutigen technischen Möglichkeiten ist es ohne weiteres möglich, die Bepflanzung direkt am Haus anzusetzen. Ein weiterer Fehler, der immer wieder gemacht wird, betrifft die Terrasse. Viele lassen die Terrasse gleich von der Baufirma betonieren – das ist bequem und außerdem hat man schon einmal einen sauberen Platz zum Sitzen, auch wenn der Garten noch nicht fertig ist. Für den Garten ist das eher ein Desaster. Eine Gestaltung mit freien, lebendigen Formen ist dann nur noch schwer möglich. Auch die Auswahl an Belägen ist i.d.R. begrenzt. Die verbleibende Dicke lässt meist nur noch Fliessen als Bodenbelag zu. Was für das Hausinnere angenehm und nützlich ist, muss nicht auch in der gleichen Weise im Garten zutreffend sein. Die glatte Oberfläche der Fliessen lässt sich zwar leicht reinigen und ist daher auf den ersten Blick ein Vorteil. Im Vergleich mit anderen, rauhen Oberflächen, beispielsweise gebrochenem Natursteinpflaster, relativiert sich der scheinbare Vorteil wieder: Auf der glatten Fläche der Fliessen ist jede Schliere deutlich sichtbar. Daher muss diese Fläche gereinigt werden, und zwar viel öfter und intensiver als die rauhe Natursteinfläche.

Ordnung schaffen

Der nächste Schritt bei der Gartenplanung besteht dann in der Ordnung und Strukturierung des Raumes. Gestaltung bedeutet: Räume schaffen bzw. erlebbar machen. Die harten Strukturen, die durch Wege und Plätze, Einfassungen und Mauern dem Gartenraum einen ersten und bleibenden Stempel aufdrücken, sind in hohem Maße entscheidend für den Gesamteindruck. Geometrische Linien und Formen wirken steif, sind aber dafür ein deutlicher Kontrast zu den differenzierten, weichen Formen der Vegetation. Das hört sich einfach an, ist aber lange nicht so einfach zu realisieren. Viele Anlagen, die das Wort "Kontrast" im Munde führen, sind einfach nur langweilig. Geschwungene, weiche Formen dagegen betonen mehr die Einheit von äußerer Form und innerem Leben. Das Leben, das sich in den Pflanzen manifestiert, wird quasi in der Struktur des Raumes schon vorweggenommen. Die Gefahr besteht hier in einer Übertreibung der Biegung und Schwingung. Wo zuviel des Guten getan wird, entsteht Unruhe. In der Spätzeit der Epoche des Landschaftsgartens wurden auf dermaßen gekünstelte Art angelegte Wege spöttisch als "Brezelwege" bezeichnet.

In dieser Planungsphase werden die Pflanzen nur ganz grob in Bäume oder Solitärsträucher, Gruppenpflanzungen oder Staudenbeete eingeteilt, eben nur in der Form, in der sie ihren Anteil an der Flächen- und Raumstrukturierung haben. Eine geschlossene Strauchpflanzung an der Grundstücksgrenze sorgt für den räumlichen und optischen Abschluss der Privatsphäre und für Sichtschutz von außen. Ein paar Bäume als Abschluss eines Grundstückes am Ortsrand bieten ebenfalls einen Schutz vor neugierigen Blicken aus angemessener Entfernung. Sie sind aber, wenn die Krone entsprechend hoch genug ansetzt, für den Blick nach außen kein gravierendes Hindernis und erweitern somit den Gartenraum hin zur Landschaft, in günstigen Fällen sogar bis zum Horizont. Bäume und Solitärsträucher prägen die inneren vertikalen Strukturen und Blickbeziehungen mit und sind mit viel Bedacht einzusetzen. Die Stauden schließlich füllen den Raum und sorgen für lebendige Dynamik. Es ist leicht einzusehen, dass in diesem Stadium noch keine Entscheidung für eine bestimmte Pflanzenart oder Sorte getroffen werden muss, sondern lediglich ganz allgemein für ihre Aufgabe, was die Auswahl zwar einschränkt, aber noch lange nicht festlegt.

Pflanzenauswahl

Erst im letzten Schritt erfolgt die Entscheidung, welche Aufgabe von welcher Pflanze übernommen werden soll. Da haben dann individuelle Vorlieben ihre Berechtigung, soweit sie in den Gesamteindruck integriert werden können. Denn auch hier gilt: Das Gesamtbild ist wichtiger als die Aneinanderreihung on einigen schönen Einzelexemplaren, die man irgendwo gesehen oder geschenkt bekommen hat. Das Ziel ist ein harmonisches Zusammenspiel von sich ergänzenden oder gegeneinander konkurrierenden Farben und Formen, in dem das Ganze mehr ist als die Summe der einzelnen Teile.

Gartengestaltung bedeutet also nicht die bloße Anordnung von einzelnen Pflanzen, sondern die Realisierung einer Idee, ähnlich wie ein Maler die Stimmung eines Augenblickes festhält. Nur dass das Bild, das der Gärtner malt, ein eigenes Leben hat. Wobei es auch hier wieder eine ganze Reihe von Abstufungen gibt, wie stark dieses Leben in Erscheinung treten darf.

keine Angst vor übereifrigen Planern!

Wen diese Überlegungen abschrecken, weil er glaubt, mit einer Gartenplanung ein Kunstwerk zu erhalten, das er nicht mehr betreten darf und auch sonst wie ein rohes Ei behandeln muss, der sei beruhigt: Alle diese Punkte sollte man zwar immer im Hinterkopf haben, inwieweit aber jeder berücksichtigt werden muss, bestimmt immer die jeweilige Situation und die Wünsche und Bedürfnisse des Auftraggebers. Sicher ist aber auch: Wer das alles nicht beachtet, weil er sich noch nicht sicher ist und sich deshalb alle Optionen offen halten will, der muss auch Geld ausgeben, weil auch das notwendigste nicht zum Nulltarif zu haben ist. Das ist schlecht investiertes Kapital. Lieber etwas mehr ausgeben, um zusammen mit einem Fachmann herauszufinden, wo Schwerpunkte gesetzt werden müssen und wo gespart werden kann. Das sollte dann darauf hinauslaufen, dass die notwendigen Dinge unter Berücksichtigung der gestalterischen Prämissen ausgeführt werden. Nur dann wird nicht lediglich eine Funktion erfüllt, sondern man hat dann auch Freude daran. Wobei das Spektrum der Lösungen von ganz einfachen bis hin zu sehr aufwendigen reicht.

Spreu und Weizen

Sie werden sich vielleicht fragen: Kann ich das alles von jedem, der einen Garten plant, in der gleichen Weise erwarten oder etwa doch nicht, zumindest nicht im gleichen Maß? Der Teufel steckt, wie immer, im Detail. Planung ist beileibe nicht gleich Planung. Entscheidend ist natürlich das, was als Inhalt hinter der Zeichnung steckt. Ein toll aufgemachter Plan kann durchaus zu einem faden Ergebnis führen. Auch wenn der Auftraggeber im großen und ganzen letztendlich die Inhalte bestimmt, bedeutet das nicht, dass jeder sie so umzusetzen vermag, wie dieser sich das vorstellt. Es gehört Können und Erfahrung dazu, die einzelnen Schritte nicht nur zu beachten, sondern auch richtig zu gewichten. Wenn jemand den Eingangsweg von der Straße zum Haus einfach als die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ansieht, dann weiß der zwar Bescheid über das "Was", aber noch lange nicht über das "Wie". Gestaltung bedeutet ja, sich über die reine Funktion hinauszuentwickeln. Das heißt, dass der Weg nicht bloß Weg ist, auf dem man zum Haus kommt, ohne sich die Füße schmutzig zu machen, sondern Ausdruck einer bestimmten Idee: weich oder hart, einladend oder abweisend, lieblos steril oder freundlich verspielt, geizig-billig oder protzig-aufwendig, und was man noch so alles ausdrücken, bzw. am fertigen Objekt ablesen kann. Einige unterschiedliche Ansätze wurden ja bereits auf der vorherigen Seite dargestellt, siehe unter Gartengestaltung

Künstler sind Individualisten

Dazu kommt, dass jeder, der sich eine gewisse Erfahrung angeeignet hat, auch einen eigenen Stil entwickelt, von dem er sich nicht so ohne weiteres lösen kann. Jeder kann nur das in seiner Arbeit ausdrücken, was in ihm lebt. Alles, was ich von anderen einfach nur abschaue und übernehme, ist weniger authentisch. Am sinnvollsten ist es, wenn man sich eingehend informiert, bevor man jemanden beauftragt. Im Internet oder am fertigen Objekt.

Wer halbwegs normale Anforderungen stellt, der ist mit einem Fachmann in der näheren Umgebung im Umkreis von vielleicht 50 km gut bedient. Das muss nicht zwingend ein Landschaftsarchitekt sein, der ausschließlich Planungsleistungen erbringt. Auch Firmen, die beides anbieten - Planung und Ausführung – sind nicht von vornherein schlechter zu beurteilen. Auch hier gilt: Die vorab-Information bietet einen guten Schutz vor Fehlschlägen. Man sollte allerdings wissen, dass in der reinen Gärtnerlehre wenig Wert auf gestalterische Kenntnisse gelegt wird, sondern nur auf die handwerklichen Fähigkeiten und die Umsetzung der planerischen Vorstellungen eines Landschaftsarchitekten.

Wer größere Ansprüche stellt, der ist gut beraten, seine Kreise weiter zu ziehen als 50 km. Mittlerweile bietet das Internet geradezu grenzenlose Möglichkeiten. (Und da Sie bereits auf diese Seite gelangt sind, brauchen Sie eigentlich gar nicht mehr weiter zu suchen :) :-))

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