Ralph Eid, Landschaftsarchitekt

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Luxusgut Garten?

Ein intensiv gestalteter Garten, so wird von manchem behauptet, hat keinen konkreten Nutzen für seinen Besitzer. Es ist etwas wahres dran: Gemüse und Obst ernten kann man in einem Ziergarten kaum, Fussballspielen ist auch nicht mehr möglich, weil sich die groben Aktivitäten nicht mit den liebevoll gepflegten Beeten vertragen wollen. Kurz und gut: je intensiver ein Garten gestaltet ist, desto mehr Arbeit macht er, weil ja alles gepflegt werden will, aber desto weniger direkten Nutzen bringt er.
Was hat doch das Haus in dieser Hinsicht für Vorteile zu bieten: Es ist im Winter schön warm und im Sommer eher kühl, es ist behaglich, auch wenn es draußen regnet oder schneit, es bietet Platz für den kompletten Wohlstandsmüll, der sich in einem langen Leben anhäuft, für Auto, Fernseher und was man sonst alles zum Leben braucht. Alles ist bestens geregelt, die Wohlfühltemperatur von 21° C durchzieht konstant die Jahreszeiten ohne allzu krasse, die Ruhe störenden Abweichungen. Auch die Blumen im Wintergarten oder auf dem Fensterbrett fügen sich willig in das menschliche Mittelmaß: Abgesehen von ein paar Blüten ist ihr Anblick zwar immer belebend und schön, aber immer gleich.

Wie anders geht es doch draußen vor der schützenden Haustür zu: Da fegt der Wind durch die Beete und knickt den Rittersporn, der sich gerade zu seiner majestätischen Größe emporgearbeitet hatte. Der Kampf mit den Schnecken um die leckersten Pflanzen beginnt schon im Spätwinter und endet erst kurz vor Weihnachten. Im Sommer dörrt die Sonne die schönsten Blüten, wenn man mal wieder vergessen hat, zu gießen, und im Winter muss man mit der ständigen Angst leben, ob die nicht ganz so harten Pflanzen, die man aber nicht missen will, es auch diesmal wieder überleben werden.
So mancher kann hier nur den gnadenlosem Kampf ums Dasein erkennen, den der Homo sapiens doch schon längst überwunden hat. Wozu also sich das alles antun? - Wo der Kopf sich verständnislos abwendet, da versucht die Seele, sich zaghaft Geltung zu verschaffen: Ist das, was da draußen am "sausenden Webstuhl der Zeit" vorüberzieht, etwa nicht der "Gottheit lebendiges Kleid"? Kann man das, was sich bei den meisten nur in unbestimmten Gefühlen äußert, überhaupt in Euro und Cent ausdrücken?

Bei allem, was uns die Freude am Garten verderben will, kommt man doch immer wieder zu der einen Erkenntnis: Hier spielt sich echtes Leben ab. Hier ist nicht nur Umwelt, hier sind schöpferische Kräfte am Wirken. Hier lebt man die Atmosphäre der Natur, man ist nicht nur Beobachter von einem sicheren Platz aus, man nimmt hautnah Anteil an diesem Leben. Das tut manchmal weh, aber dafür ist auch die Freude umso größer, wenn man mitfühlen kann, wie das Leben sich der Sonne entgegendrängt und von ihr mit Farben und Düften belohnt wird.

In diesem Sinne kann sich hier der Keim entwickeln zu einer neuen Achtung vor unseren Lebensgrundlagen. Die Natur wird immer noch Stück für Stück zerstört, der sogenannte Homo sapiens führt den gnadenlosen Kampf ums Dasein fort und fort, weil er vergessen hat, daß er eine Seele hat, die er schützen muss. Ein schöner Garten wird die Welt nicht verändern, aber er kann ein Mosaikstein sein, um uns die Achtung und die Ehrfurcht vor dem Leben wieder zurückzuerobern.

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