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Naturerkenntnis - Selbsterkenntnis

Unser Leben in der Welt ist von Ausbeutung bestimmt. Wir beuten die Ressourcen der Erde aus, die Bodenschätze und fossilen Energien, und kümmern uns wenig darum, wieviele Opfer damit einhergehen. Unsere Marktwirtschaft ist keineswegs so sozial, wie der Name sagt. Immer mehr Menschen leben auch in unserer reichen Gesellschaft am Rande des Existenzminimums, ganz zu schweigen von denen in der ärmeren Ländern. Auch wenn wir uns das nicht gerne eingestehen: der Wohlstand von wenigen steht der Armut von vielen gegenüber. Auf der anderen Seite werden Milliarden Euro in den Sand gesetzt, weil die Finanzmärkte sich irgendwo in der Schwerelosigkeit bewegen, scheinbar völlig losgelöst von wirtschaftlicher Substanz.

Die Analysten wissen natürlich genau, wo die Ursachen liegen und wie man durch einige wohldosierte Eingriffe in die Regelkreise der wirtschaftlichen Zusammenhänge das System auf hohem Niveau erhalten und stabilisieren kann. Niemand will darüber nachdenken, ob vielleicht ein grundlegender Fehler diesem System innewohnt, wodurch die jetzigen Verhältnisse mit zwingender Notwendigkeit entstehen mussten. Man macht die Gier einiger weniger verantwortlich und übersieht dabei gerne, dass viele mit dieser Gier gut leben konnten, solange sie selbst davon profitierten. Und die, die nicht davon profitierten, haben sich damit arrangiert und gehofft, dass auch sie eines Tages ihren ganz persönlichen Nutzen mitbekommen.

warum braucht man Naturerkenntnis?

Die Marktwirtschaft geht zurück auf Adam Smith. Er legitimierte den Eigennutz, den Egoismus jedes Einzelnen. Jeder soll nach möglichst großem eigenen Vorteil streben und darauf vertrauen, dass die Kräfte des Marktes die Eigeninteressen in einen gesamt-gesellschaftlichen Vorteil verwandeln. Der Siegeszug dieser Anschauung dürfte auch damit zusammenhängen, dass die persönliche Verantwortung für das Tun und Handeln jedes Einzelnen aufgehoben wurde und auf ein unpersönliches Abstraktum, den Markt, verlagert werden konnte. Man konnte plötzlich mit gutem Gewissen die westlich-religiösen, christlichen Werte von verantwortlichem Handeln getrost über Bord werfen. Die Voraussetzung dazu hat zuvor die materialistische Weltanschauung geschaffen. Man begann das Dasein nach naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten zu begreifen, und brauchte sich nicht mehr um den Schöpfer zu scheren, der sein Werk überwacht und Zuwiderhandlungen bestrafen würde. Die immer noch in den Köpfen der Menschen herumgeisternden religiösen Traditionen, die Schöpfung zu bewahren und das eigene Wohlergehen mit dem der Mitmenschen in Beziehung zu setzen, wurden durch die quasi-wissenschaftliche Naturgesetzlichkeit des Marktes eingerissen. Der größte Egoist konnte jetzt, wenn er sich im Spiegel betrachtete, dort den größten Wohltäter der Menschheit erkennen.

Der Egoismus ist tief in unserer Gesellschaft verankert. Die Trennung zwischen persönlichem Gewinnstreben und der dazugehörigen Verantwortung durch die Verlagerung derselben auf den unpersönlichen Markt oder auch den Staat (alles ist legitim, was nicht ausdrücklich illegitim ist) ist eine wesentliche Ursache für viele unserer Probleme. Soweit konnte es aber erst kommen, als der Mensch sich nicht mehr verbunden wusste mit den geistigen Ursachen des Daseins und sich damit als ein Staubkorn in der Unendlichkeit des Universums fühlen musste. Erst wenn das Bewusstsein den Zusammenhang mit allen anderen Wesen verloren hat, ist der Weg frei für ein rein eigennütziges Gewinnstreben. Wer mit sich selbst und seinem Bewusstsein in der Welt allein ist, hat keinen Grund, warum er nicht ausschließlich an sich selbst denken sollte. Dafür hat er allen Grund, sein Leben nach rein materiellen Werten wie Wohlstand, Besitz, Macht, Genuss u.a. auszurichten. Unser Bild von der Welt und uns selbst ist in eine Sackgasse geraten.

Das alles ist nicht so pessimistisch gemeint, wie es vielleicht scheint. Diese Entwicklung hat jedem auch seine ganz persönlich Freiheit gebracht. Der Bruch mit Traditionen, die den Menschen knebeln, weil sie nur eine ganz bestimmte Denkrichtung zulassen, ist notwendig, um klar sehen zu können. Wie man die neu gewonnenen Eindrücke dann interpretiert, ist eine andere Sache. Man muss sich in der neuen Umgebung erst langsam zurechtfinden. Dabei sind die Zeiträume, in der das geschieht, in der Regel nicht mit menschlichen Maßstäben zu erfassen. Es ist aber keineswegs eine zwingende Entwickelung, sich in materialistischem Denken zu verlieren. Im Gegenteil: Wenn man aufmerksam und aufrichtig um sich schaut, wird man Türen finden, die einem den Weg in eine Welt jenseits der äußeren Erscheinungen öffnen.

Im Gegensatz zu früher geht es heute nicht mehr ausschließlich um den Glauben an religiöse Offenbarungen. Das Beharren auf den Glauben führt (neben der Abhängigkeit von den Hütern der Tradition) zu einer Spaltung des Bewusstseins. Ich bin ein geteilter Mensch, wenn ich die eine Seite meines Lebens - die, die mir Auskunft gibt über meine Herkunft und über meine Existenz nach meinem Tod - nur mit dem Glauben begreifen darf, die andere Seite - die, die mir die äußeren Erscheinungen erklärt - mit dem Wissen erfassen kann. In der Natur herrscht das Prinzip der Entwickelung; beim Menschen als Teil der Natur ist das nicht grundsätzlich anders. Der Weg zurück zum bloßen Glauben wäre ein Rückschritt. Der Weg nach vorne, den alten Bereich des Glaubens nach und nach mit dem Wissen zu erfassen, ist zwar nicht einfach, aber dennoch erfolgversprechend.

Es gibt genügend Hinweise, die durch empirische naturwissenschaftliche Untersuchungen gewonnen worden sind, die die rein materialistische Sicht zumindest in frage stellen (wenn sie sie direkt widerlegen würde, wäre ja alles zu einfach - da ist schon jeder selbst gefordert, sich zurechtzufinden: eben auch eine Folge der Freiheit). Gerade die Lebenserscheinungen in Grenzbereichen des Daseins können wertvolle Hinweise liefern, dass das Leben eben nicht eine zufällige Erscheinung einer selbstorganisierten Materie ist, sondern aus Regionen jenseits der Materie stammt.

Wenn man den Weg bis hierher nachvollziehen kann, wird sich die Frage nach den Konsequenzen stellen. Sobald es gesicherte Anzeichen dafür gibt, dass ich mit meiner Persönlichkeit nicht das mikroskopische Staubkorn in der Unendlichkeit des Universums bin, sondern eingebunden in ein unvergängliches Dasein, von dem ich bis jetzt nur einen kleinen Ausschnitt kenne, dann habe ich es nicht mehr nötig, in diesem einen kurzen Leben möglichst viel an materiellen Gütern anzuhäufen. Der Wert dieser Güter relativiert sich, wenn zwar der Genuss der Güter mit dem Tod endet, mein Leben dagegen nicht. Nur das Wissen um die Kontinuität des Lebens kann den einzelnen aus der Sackgasse der Selbstsucht hinausführen.

In meiner Schrift "Naturerkenntnis - Selbsterkenntnis" habe ich versucht, den hier kurz umrissenen Gedankengang ausführlicher darzustellen. Die gibt es im Buchhandel oder direkt bei mir.

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