Ralph Eid, Landschaftsarchitekt

Gerbersdorf 25
84381 Johanniskirchen
Tel 08564/91004

info@lebendige-gaerten.de

Kontakt   .   Karte

aktuelles auf Facebook google+

startseite impressum übersicht/sitemap
Logo Lebendige Gärten

Gartenplanung  .  Freiraumplanung  .  Objektplanung
Gartengestaltung  -  Planung  .  Beratung  .  Ausführung

Naturteich in Weßling

Naturteiche

Für einen Naturteich gelten im Wesentlichen die gleichen Prinzipien wie für den Zierteich. Wenn ein Naturteich im Garten keine Zierde ist, dann hat er im Garten nichts verloren. Der Garten ist auch im besten Fall nachgeahmte, idealisierte Natur, und wenn er noch so viel Raum für Pflanzen und Tiere bietet. Alles, was ich im Garten tue, tue ich in erster Linie für mich selbst, jede andere Aussage zeugt nicht von einer übermäßigen Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Letzten Endes tut jeder, der sich einen Naturteich (oder auch einen sog. Naturgarten) anlegt, zuerst einmal sich selbst einen Gefallen. Auch wenn er noch so vielen Tieren oder Pflanzen Lebensraum bietet, tut er das in der Regel, weil er selbst eine Vorliebe für diese Tiere oder Pflanzen hat. (Hier sei wieder einmal auf meine kleine Schrift 'Naturerkenntnis-Selbsterkenntnis' verwiesen, wo auf diese Dinge noch ausführlicher eingegangen wird).

Segge
Naturteich am Waldrand

Das ist keineswegs abwertend gemeint. Im Gegenteil: ich denke, daß der Natur allein dadurch geholfen wird, wenn man - und wenn es nur durch solche 'Nachahmungen' geschieht - ein persönliches Verhältnis zu ihr gewinnt. Und dazu bietet der Garten, und vielleicht ganz besonders ein 'naturnah' gestalteter Teich, eine sehr gute Gelegenheit. Wichtig ist aber auch, dass man sich nicht selber etwas vormacht. Im Garten fehlt die Dynamik, die das wesentliche Kennzeichen der Natur ist. Die Natur will - wenn man das so menschlich formulieren darf - die Teiche wieder auffüllen. Wenn nichts getan wird, verlanden Teiche in relativ kurzer Zeit. Je kleiner, desto schneller. Ein Gartenteich von einiger Quadratmetern Wasserfläche kann unter günstigen Verhältnissen in 10 Jahren bereits nur noch aus einer Pfütze bestehen. Auch der größte selbsternannte Naturliebhaber wird den Kampf gegen die Natur aufnehmen, wenn er sieht, was die Natur aus seinem Werk macht. Was unterscheidet dann überhaupt noch den Naturteich vom Zierteich? Die Übergänge sind in jedem Fall fließend. Vielleicht wird man dem Zierteich eine höhere designerische Qualität zusprechen, vielleicht auch mehr Technik zur Verbesserung der Wasserqualität, vielleicht auch nur die Nähe oder stärkere Integration in die Aufenthaltsbereiche des Gartens. Das Beispiel, das hier zu sehen ist, wird man wegen seiner Größe und der naturnahen Form und Uferausbildung als Naturteich kennzeichnen.

Toteisloch im Garten

Die geologische Geschichte dieses Grundstücks ist bemerkenswert, weil sie sehr schön die Einstellung des Menschen der Natur gegenüber widerspiegelt. Dieser Garten befindet sich im Westen von München, wo während der letzten Eiszeit nur Gletscher zu sehen waren. An vielen Stellen gruben sich große und kleine Eisschollen in die Erde ein; als es wärmer wurde und das Eis schmolz, entstanden dort, wo diese Eisschollen Vertiefungen ausgeschürft hatten, Tümpel und Seen, sogenannte Toteislöcher. Der feine Geschiebelehm, der im Eis enthalten war, dichtete die Sohle dieser Löcher auf natürliche Weise ab. Um ein solches Toteisloch handelt es sich hier. Diese natürlichen Voraussetzungen sind ein wahrer Glücksfall für den Grundstücksbesitzer, wenn er es versteht, diese Situation für sich zu nutzen. Man kann hier ohne großen Aufwand an Dichtungsmaterial den schönsten Teich erhalten. Die Größe der Wasserfläche beträgt ca. 800 qm. Allein für die Verlegung einer Teichfolie wären hier über 15.000 Euro angefallen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es ist noch gar nicht lange her, da wäre an einen solchen Umgang mit den natürlichen Verhältnissen überhaupt nicht zu denken gewesen. Die Generation(en) zuvor hatten nichts besseres mit diesem 'Sumpfloch' zu tun, als es mit irgendwelchem Auffüllmaterial zuzuschütten. Ein Teich im Garten, noch dazu einer, aus dem man keinen Nutzen ziehen konnte, v.a. zur Fischhaltung, wäre in einer kleinbäuerlich geprägten Gegend absolut widersinnig gewesen. So war es kein Wunder, dass der jetzige Besitzer nur noch ein kleines Wasserloch vorfand, als letzen Rest einer ehemaligen großen Wasserfläche, die einer eintönigen Rasenfläche weichen musste. Der jetzige Teich musste erst mühsam wieder freigelegt werden.

Logo Lebendige Gärten

Kontakt nächste Seite

ältere Browsergenerationen haben u.U. Probleme mit der Darstellung dieser Seite. Falls das bei Ihnen zutrifft, versuchen Sie die frühere Version dieser Seite: hier klicken für die frühere Version