Ralph Eid, Landschaftsarchitekt

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Garten Übersicht Teich Sitzplatz, Gartenterrasse Teich von innen Gartenteich Hemerocallis und Bistorta Helenium und Calamagrostis Teich von innen Calamagrostis, Hemerocallis, Bistorta Beet vor dem Wintergarten Lampenputzergras, Herbstaster Pink Star

neue Ansätze

Der Garten gilt gemeinhin als eine Art Wohnraum im Freien. Die Bezeichnung 'Wohnraum' könnte die Vermutung wecken, dass es sich beim Garten um eine Erweiterung des Hauses handelt. Doch das ist falsch. Das Haus ist im Wesentlichen dazu da, um den Bewohner vor der Natur zu schützen. Vor Wind und Wetter, vor Kälte und Hitze, vor Regen und Schnee, vor Mücken und Bienen, vor Spinnen und Käfern, und was der Natur sonst noch einfällt, um den Menschen zu ärgern. Im Garten dagegen sucht der Mensch gerade die Nähe zu der Natur, vor der er sich im Haus schützen will.

Soweit die Theorie. In der Praxis sieht man meistens nicht mehr viel von dieser Sehnsucht nach der Natur. Da wird zuerst eine großzügige Terrasse vor die Wohnzimmertür gepflastert, weil man ja Platz braucht. Im Anschluss kommt dann die Rasenfläche, die die gepflasterte Terrasse an Natürlichkeit nur in Nuancen übertrifft. Das eine ist eine leere graue Fläche, das andere eine ebenso leere grüne Fläche.

Wenn man es ernst meint mit der Nähe zur Natur, dann muss man anders vorgehen. Dann muss man sich mit Natur umgeben. Es reicht nicht, von der Terrasse aus auf ein schönes Beet in einiger Entfernung zu schauen. Einen intensiven Eindruck bekommt man nur, wenn man mittendrin ist. Was interessant am Garten ist, das muss in unmittelbarer Nähe sein. Damit man das Geschehen miterleben kann, anstatt es bloß aus der Entfernung zu beobachten.

Den Wunsch nach Nähe muss man bereits bei den ersten Überlegungen zur Gestaltung berücksichtigen. Dann wird man z.B. die Terrasse gerade nicht im Anschluss an das Haus verlegen, sondern ein paar Meter abgerückt. Man schlägt damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen kann man die Terrasse in eine üppige Bepflanzung einbinden, vielleicht mit ein paar Solitärsträucher, v.a. aber mit vielen Blütenstauden und Gräsern. Die andere Konsequenz ist noch beeindruckender: Viele der modernen Häuser haben nicht bloß die verglaste Wohnzimmertür, sondern große Glasflächen bis zum Boden oder Wintergärten, also transparente Wände, wo der Übergang von innen nach außen verschwimmt. Das bietet die Möglichkeit, eine andere Richtung einzuschlagen. Nicht das Haus nach außen, sondern den Garten nach innen zu erweitern. Dann kann man den Garten zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter genießen, auch wenn man sich im Haus aufhält.

Dieser Genuss ist zwar eingeschränkt – im Haus spürt man keinen Lufthauch, kein Rascheln der Blätter, nicht die Sonne auf der Haut oder die würzige Luft in der Nase. Trotzdem ist man dichter dran an den Lebenserscheinungen als auf der großen leeren Terrasse mit angrenzendem großen leeren Rasen. Man sieht immerhin, wie sich die Halme im Wind bewegen, man sieht die ersten Schneeglöckchen und Christrosen blühen, wenn alles andere noch kahl und leer ist. Und danach wie die ersten Triebe aus der Erde sprießen, erst vereinzelt, dann immer vehementer. Wenn andere noch gar nicht auf die Idee kommen, nach draußen zu gehen, sieht man unmittelbar vor der Scheibe, wie sich das Leben seinen Weg bahnt. Und im Sommer hat man die ganze Fülle direkt vor Augen.

Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man den Garten als Erweiterung des Hauses betrachtet, oder das Haus als Fremdkörper im Garten, bzw. in der Natur. Wobei man sich dann noch näher mit der Frage befassen müsste, was eigentlich die Natur genau ist. Das würde hier allerdings den Platz sprengen. Wer sich dafür interessiert, kann sich dazu in meiner Gartenphilosophie ausführlicher informieren, ganz allgemein unter www.lebendige-gaerten.de/gartenphilosophie.htm oder speziell unter www.lebendige-gaerten.de/philosophie_des_gartens.htm

Auch dazu gibt es mitlerweile ein gutes Beispiel (s. Fotos). Ein neues, modernes Haus. Terrasse überdacht und verglast, wenn auch nicht so dicht wie ein Wintergarten. Von der Terrasse aus fällt der Blick auf der einen Seite zuerst auf einen flachen Teich (kleine Kinder!) mit einem kleinen Wasserfall, der zum höher gelegenen Rasen durch ein Staudenbeet abgetrennt ist. Auf der anderen Seite schaut man auf ein üppiges Staudenbeet, und erst dahinter kommt die Gartenterrasse.

Fast alles, was an diesem Garten interessant ist, liegt in unmittelbarer Nähe des Wintergartens. Nur so ist der Garten nicht bloß die Bühne, auf der man seine Freizeitaktivitäten auslebt. Hier nimmt die Natur den Menschen mit und läßt ihn teilhaben an den Lebensprozessen, an Werden und Vergehen, Geburt, Wachstum, Blüte und Tod. (siehe auch die Ausführungen unter Leben erleben - eine kleine Philosophie des Gartens/Einige Gestaltungsansätze)

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