Ralph Eid, Landschaftsarchitekt

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Zufahrt CUR-Systemtechnik

Ökologie und Ästhetik

Firma CUR-Systeme in Wadgassen bei Saarbrücken. Produktionshalle mit Wohntrakt. Diese Anlage erhielt 2006 den Möbel Martin Naturschutzpreis. Dieser Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des saarländischen Umweltministeriums, das auch in der Jury neben Vertretern der saarländischen Kommunen eine maßgebliche Rolle spielt. Beim internationalen Gartenwettbewerb 'Best private Plots' im Jahre 2008 kam sie immerhin in die Auswahl der 28 besten Projekte und ist damit auch in der Publikation dieser Einrichtung enthalten (s. www.privateplots.at.

oberirdische Regenwasserableitung
Schwimmteich im Gewerbegebiet
Zufahrt und Parkplätze aus wassergebundener, versickerungsfähiger Bauweise
Wasser vor dem Hauseingang
Wohnen und arbeiten bei CUR-Systemtechnik in Wadgassen

Miteinander statt gegeneinander

Ökologische Aspekte werden auch beim Bauen zunehmend wichtiger. Neben Energieminimierung durch passive Solararchitektur oder Energiegewinnung durch aktive Solarenergiesysteme wird die Niederschlagsproblematik mit jedem Jahrhunderthochwasser, was mitlerweile im Abstand von wenigen Jahren wiederkehrt, erschreckend aktuell. Viele Kommunen fördern Dachbegrünungen, Regenwassernutzungssysteme, versickerungsfähige Beläge oder Entsiegelungen, um einerseits die Abflußspitzen zu reduzieren, andererseits aber auch, um die Grundwasserneubildung zu gewährleisten. In manchen Gegenden ist Grundwasser, und damit die Trinkwasserressource, bereits jetzt schon knapp. Wer nicht die Augen verschließen will und die Probleme damit auf unsere Kinder abwälzt, der ist bereits heute zum Handeln gezwungen.

Gerade bei der Niederschlagsproblematik ist allerdings die Kluft zwischen altruistischem Handeln und Eigennutz besonders groß. Wenn ich bei mir zuhause Maßnahmen ergreife, um Niederschläge bei Wolkenbrüchen und Dauerregen zurückzuhalten, dann entstehen in der Regel Kosten, die u.U. Städte wie Köln, Trier, Passau, ...vor Hochwasserschäden bewahren, die mir aber direkt nichts bringen. Da die Kosten beim Bauen sowieso immer höher ausfallen als geplant, sind das Posten, die dem Sparzwang als erste zum Opfer fallen. Ist man aber gezwungen, Maßnahmen in dieser Richtung zu ergreifen, weil die örtlichen Bauvorschriften dazu anhalten, dann entstehen meist technische Bauwerke, wo mit geringstem Aufwand maximaler Nutzen erzielt wird. Wenn man bedenkt, daß diese Lösungen in unmittelbarer Nähe des Wohn- und Lebensbereiches der Betroffenen entstehen, dann muß man sich fragen, wieviel Häßlichkeit der Mensch bereit ist, zu ertragen, nur um ein bißchen Geld zu sparen, das er dann für Autos oder Urlaub ausgeben kann. (Diese Sicht mag vielleicht auch recht einseitig sein, aber man muß manchmal die Dinge etwas überzeichnen, um sie deutlich zu machen.) Man vergißt allzu oft darüber, daß Häßlichkeit oder Ästhetik in der äußeren Lebensumwelt nicht nur die Folgen menschlicher Gesinnung sind, sondern daß sie auch wiederum auf die Seele der Betroffenen zurückwirken. Ein angenehmes Lebensumfeld wirkt aufbauend, ein unangenehmes wirkt depressiv. Diese Wirkungen werden nunmehr bereits einige Jahre intensiv wissenschaftlich untersucht, v.a. im Bereich Krankenhäuser, Büros und Schulen.

(siehe auch unter 'Plants for People' oder die Ausführungen über das 'Projekt Bürobegrünung' der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim)

Was dort gilt, das gilt in ähnlicher Weise für den Lebensraum, in dem man sich täglich aufhält.

Aus diesen Gründen wurde hier ein Weg beschritten, der vielleicht als Vorbild für einen Ansatz stehen kann, wo Gemeinwohl und Eigennutz eine Synthese bilden. Die notwendigen ökologischen Maßnahmen werden hier ästhetisch gestaltet und besitzen einen hohen Nutzwert für Bewohner und Mitarbeiter. Dadurch wird das, was eigentlich eine rein ökologische Maßnahme ist und der Natur im weitesten Sinne zugute kommen soll, Freizeit- und Erholungsobjekt und erfüllt damit einen durchaus egoistischen Nutzen, für den man sogar gerne etwas mehr ausgibt, als unbedingt notwendig ist.

Das Regenwasser der Halle und des Wohnhauses wird oberirdisch in einen Wasserlauf eingeleitet, der in einen Teich mündet. Die Vorreinigung des Regenwassers erfolgt über einen Sumpfpflanzenbereich, der Schwebstoffe ausfiltert. Die Oberflächenentwässerung ist ebenfalls zu den Wasserflächen hin orientiert. Überschüssiges Wasser wird in einer Zisterne gesammelt und in einem Kreislauf dem System wieder zugeführt. Die Wassermenge, die nicht im System gepuffert werden kann, fließt über den öffentlichen Wassergraben in ein Regenrückhaltebecken. Je nach Auslegung der Zisterne kann der größte Teil des Regenwassers aufgefangen werden und verdunstet über die Vegetation und durch die ständige Wasserbewegung.

Der Teich ist als einfaches Schwimmteichsystem ausgebildet. Das war ohne großen Mehraufwand möglich, da auf eine Abgenzung des Schwimmbereiches durch Wände sowie auf eine Absaugung über einen Skimmer verzichtet wurde. Durch die relativ große flache Wasserzone im Bereich des Wasserlaufes erwärmt sich das Wasser bei hohen Außentemperaturen sehr schnell, wodurch eine angenehme Badetemperatur entsteht.

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